Nach desolater erster Hälfte: Wormser Drachen unterliegen HSG Sobernheim in eigener Halle

Es war ein Nachmittag zum Vergessen in der Nikolaus-Dörr-Halle – zumindest über weite Strecken. Die Wormser Drachen mussten sich am vergangenen Spieltag dem HSG Sobernheim mit 29:34 (11:19) geschlagen geben.

Während die Moral im zweiten Durchgang stimmte, sorgte eine indiskutable Leistung in der ersten Halbzeit bereits früh für klare Verhältnisse zugunsten der Gäste.

Wer am Sonntag den Weg in die Halle gefunden hatte, rieb sich in den ersten 30 Minuten verwundert die Augen. Von der Aggressivität und der Leidenschaft, die die HSG Worms normalerweise auszeichnet, war kaum etwas zu spüren. Die Abwehr fand keinerlei Zugriff auf die Spielzüge der Gäste – immer wieder waren die Hausherren nicht in der Lage, eigentlich recht vorhersehbare Abläufe über den Kreis und die Rechtsaußenposition zu verteidigen. Und im Angriff leistete man sich eine Fehlerquote, die auf diesem Niveau schlichtweg bestraft wird.

Schon nach zehn Minuten deutete sich beim Stand von 4:7 an, dass es ein schwerer Gang werden würde. Doch statt einer Reaktion folgte der totale Einbruch: Über ein 6:12 (21.) ließen die Wormser Drachen den Gegner gewähren, der die Lücken in der Wormser Defensive dankend annahm. Mit einem 10:19-Rückstand ging es in die Kabine – ein Pausenstand, der das Trainerteam und die Fans gleichermaßen fassungslos zurückließ. In der Kabine krachte es richtigerweise.

Sowohl von Seiten der Verantwortlichen wurde an die Ehre appelliert, aber auch die Spieler ergriffen das Worte. Die Verschnaufpause erwies sich dann zumindest als reinigendes Gewitter. 

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Wormser Drachen glücklicherweise ein anderes Gesicht. Die Deckung stand nun etwas kompakter und im Vorwärtsgang wurde mutiger und zielstrebiger agiert. Tor um Tor kämpfte sich die HSG heran. Als der Rückstand beim 24:28 (55.) plötzlich nur noch vier Tore betrug, keimte in der Halle noch einmal kurz Hoffnung auf ein Handball-Wunder auf.

Doch die Aufholjagd hatte zu viel Kraft gekostet. Dazu sorgten zwei diskutable Zeitstrafen für eine doppelte Unterzahl. Eine davon ging gegen die Bank, wofür sich der Verursacher Florian Stenner ausdrücklich bei Mannschaft und allen Fans entschuldigen möchte. Sobernheim behielt in der Crunchtime kühlen Kopf und nutzte die verbleibende Zeit routiniert aus, um den Sieg über die Ziellinie zu bringen. Am Ende stand eine 27:32-Niederlage auf der Anzeigetafel.

Fazit: Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. So darf man sich zu Hause nicht präsentieren. Das Comeback in der zweiten Hälfte (17:13 gewonnen) ist rückblickend nur ein schwacher Trost. Unter dem Strich steht eine verdiente Niederlage gegen einen Gegner, der über 60 Minuten die konstantere Leistung zeigte. Für uns heißt es nun: Mund abputzen, die Fehler klar analysieren und in den verbleibenden Spielen mit Mut, Ehrgefühl und Wille möglichst viele Punkte zu holen und sich keine Minusleistungen, wie in Durchgang eins, mehr zu zeigen.

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